Was Sie über Leinöl wissen sollten

Feld Lein Leinöl wird aus den Samen einer zu Unrecht etwas in Vergessenheit geratenen Kulturpflanze gewonnen: aus der Leinpflanze, die auch als Gemeiner Lein oder Flachs bezeichnet wird, den lateinischen Namen Linum usitatissimum trägt und ein wahrer Tausendsassa ist. Denn seine Samen, Leinsaat oder Leinsamen genannt, enthalten nicht nur wertvolles Leinöl, die Pflanze liefert zugleich robuste Fasern, die für die Herstellung von Textilien genutzt werden können. Allerdings werden zur Gewinnung von Fasern und Leinöl unterschiedliche Leinsorten verwendet.

Vor allem im 19. Jahrhundert zählte die Leinpflanze mit ihren zarten, meist blauen Blüten zu den wichtigsten Nutzpflanzen in Deutschland – bis die Baumwolle den Flachs in der Textilindustrie ablöste. Mittlerweile wurde die Bedeutung des Leins jedoch wiederentdeckt und der Anbau ausgeweitet. Auch das Leinöl erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Denn es hat nicht nur einen besonderen Geschmack, es enthält auch zahlreiche hochwertige Inhaltsstoffe (u. a. Omega-3-Fettsäuren).

Was ist Leinöl und wie wird es hergestellt?

Leisamen Leinöl wird aus den braunen oder – je nach Sorte – gelben Samen der Leinpflanze gewonnen, die viele Menschen vor allem als Bestandteil des Morgenmüslis oder als natürliches Abführmittel kennen. Diese kleinen Samen sind wahre Kraftpakete – sie enthalten etwa 40 % Öl.

Wertvolles Leinöl wird durch Kaltpressung in einer Spindelpresse gewonnen. Die Öltropfen gelangen von der Presse sofort in ein Fass mit Stickstoff. Das verhindert den Kontakt des Leinöls mit Sauerstoff und damit die Oxidation des Öls. Denn Leinöl reagiert, wegen seines hohen Gehalts an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, rasch mit Sauerstoff. Die Folge: Es wird schnell bitter und ranzig.

Entfernen der Schwebstoffe

Innerhalb von 24 Stunden sollte das gepresste Leinöl filtriert werden, auf diese Weise wird es von Schwebstoffen befreit. Das goldgelbe, klare Öl wird im Anschluss idealerweise in lichtgeschützte Glasflaschen, unter Luftausschluss, abgefüllt um somit seine Qualität nicht zu gefährden.

Obwohl, die nach der Pressung im Öl enthaltenen Schwebstoffe, wertvolle Inhaltsstoffe enthalten wird das Leinöl im Allgemeinen ohne Schwebstoffe angeboten. Der Grund: Kundinnen und Kunden bevorzugen meistens klare Öle.

Oberstes Gebot bei Leinöl: die Frische

Ölmühle Solling Anzeige Leinöl ist ein Öl das besonders von seiner Frische lebt. Lagerhaltung ist bei Leinöl nicht möglich. Selbst wenn es im Kühlschrank in UV-geschützten Flaschen aufbewahrt und sofort nach Gebrauch wieder verschlossen wird, verändert sich der Geschmack des Öls nach sechs bis acht Wochen. Schuld daran ist der Sauerstoff, der in die Flasche gelangt, wenn diese geöffnet wird.

Empfohlen wird daher, nur so viel Leinöl zu kaufen, wie Sie innerhalb von acht Wochen verbrauchen wollen. Denn dann ist gewährleistet, dass Ihr Öl genauso schmeckt, wie es schmecken soll. Manche Hersteller geben zwar eine Mindesthaltbarkeitsdauer von bis zu sechs Monaten für ihr Leinöl an, doch in den meisten Fällen ist es bereits vor Ablauf dieser Zeit bitter. Deshalb: Kaufen Sie lieber nach Bedarf.

Voraussetzungen für die Herstellung eines guten Leinöls

Da die Inhaltsstoffe von Leinöl mit Sauerstoff reagieren und sich Geschmack und später auch Konsistenz des Öls durch die Oxidation verändern, achten wir auf eine besonders schonende Herstellung. Sehr wichtig ist dabei, dass die Leinsaat vor dem Pressen kühl, das heißt bei etwa 8 bis 10 °C, und dunkel gelagert wurde.

Der Weg der Leinsamen in die Spindelpresse und der des Öls ins mit Stickstoff befüllte Fass ist hingegen so kurz, dass Leinsaat und Öl kaum Kontakt mit Sauerstoff haben. Eine Herstellung unter Schutzatmosphäre, wie sie manche Hersteller propagieren, ist nicht nötig. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie ein Leinöl erhalten, das nicht durch Zusätze verändert wurde und auf diese Weise länger haltbar gemacht wurde.

Die Leinpflanze und ihre Geschichte

Die Leinpflanze Beim Gemeinen Lein handelt es sich um eine einjährige, bis zu einem Meter hohe Pflanze mit (meist) hellblauen Blüten und Samenkapseln, in denen sich die ölhaltige Leinsaat befindet. Die Leinpflanze gehört zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Bereits für die Zeit um 7000 v. Chr. wurde seine Verwendung für den Nahen Osten nachgewiesen. Der deutsche Name Lein rührt vom mittelhochdeutschen Wort līn her, dem damaligen Namen für die Pflanze.

Im Mittelalter gehörte der Lein auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands zu den wichtigsten Nutzpflanzen. Aus seinen Fasern wurden Leinenstoffe und daraus u. a. Kleidung, Bettwäsche, Bucheinbände, aber auch Leinwände hergestellt. Die Samen des Leins waren in der Pflanzenheilkunde von Bedeutung. So nutzte Hildegard von Bingen Leinsamenkompressen zur Behandlung von Brandwunden und Ekzemen, Kräutersammler und Bader schworen auf die abführende Wirkung von Leinsamen bei Verstopfung und behandelten Magen- und Darmprobleme mit Leinsaat. Auch das aus der Leinpflanze gewonnene Leinöl wurde gegen zahlreiche gesundheitliche Beschwerden eingesetzt.

Doch auch auf andere Weise fand Leinöl ebenfalls Verwendung: Da es aufgrund seiner Zusammensetzung vergleichsweise rasch unter Sauerstoffeinfluss aushärtet, wurde es für die Herstellung von Ölfarben, als Holzschutz oder als Antikorrosionsmittel genutzt.

Rückgang des Leinanbaus

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein gehörte Deutschland zu den Hauptanbaugebieten der Leinpflanze – hauptsächlich wurde Faserlein angebaut, aus dem Textilfasern gewonnen wurden. Doch schon Anfang des 20. Jahrhunderts ging der Leinanbau aufgrund des Siegeszugs der Baumwolle in der Textilindustrie stark zurück. Um 1950 herum gab es kaum noch Leinanbaugebiete in Deutschland. Mittlerweile hat sich das jedoch geändert: Der Anbau von Lein in Deutschland wächst wieder – in erster Linie wird heute Öllein angebaut.

Leinsaatanbau für natives Leinöl

Heutzutage kann ein nicht unwesentlicher Teil der Leinsaat für die Herstellung von Leinöl von Landwirten aus Deutschland bezogen werden. Doch je nach Wetterlage kann die Erntequalität variieren. Dann ist es manchmal nötig, Leinsaat aus anderen Ländern (z. B. aus Indien oder der VR China) zu beziehen. Achten Sie daher beim Kauf immer auf Bio oder besser noch NATURLAND Qualität.

Leinöl und seine Inhaltsstoffe

Leinöl hat eine Fettsäurenzusammensetzung, die unter den Pflanzenölen ihresgleichen sucht. Den größten Teil (ca. 90 %) stellen einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren dar, wobei der höchste Anteil (49,4 %) auf die dreifach ungesättigte Alpha-Linolensäure entfällt. Bei ihr handelt es sich um eine sogenannte Omega-3-Fettsäure, die der menschliche Organismus nicht selbst herstellen kann, die er aber unter anderem für den Aufbau der Zellen (genauer: für deren Umhüllung, die Zellmembranen) benötigt. Zudem stellt der Körper aus Alpha-Linolensäure entzündungshemmende Stoffe her.

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Fettsäuren im Leinöl Leinöl enthält außerdem im Verhältnis zu Omega-3-Fettsäuren relativ geringe Mengen an Omega-6-Fettsäuren. Das ist insofern günstig, als dass u. a. die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, Omega-6-Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren in einem Verhältnis von etwa 5:1 zu sich nehmen. Omega-6-Fettsäuren kommen im Vergleich zu Omega-3-Fettsäuren jedoch in weitaus mehr Lebensmitteln vor, sodass ihr Anteil an der Ernährung oft größer ist.

Im Leinöl ist das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren hingegen umgekehrt – es liegt bei 3:1. Leinöl ist daher eine gute Quelle für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren und sorgt dafür, ein günstiges Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren einzuhalten.

Besonders wertvoll auch für Vegetarier und Veganer

Omega-3-Fettsäuren kommen in der Natur vor allem in Fettfischen vor. Für Vegetarier und vor allem für Veganer kann es daher schwierig sein, ausreichende Mengen dieser essenziellen Fettsäure zu sich zu nehmen. Hier kommt Leinöl ins Spiel: Vegetarier und Veganer, die ihre Speisen mit etwas Leinöl anreichern oder Leinöl für die Zubereitung von Dressings und Dips nutzen, brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel mehr, die Omega-3-Fettsäuren enthalten. Der hohe Alpha-Linolensäuregehalt des Leinöls sorgt dafür, dass sie bei regelmäßiger Verwendung ihren Bedarf an Omega-3-Fettsäuren in jedem Fall decken.

Wie schmeckt Leinöl?

Frisches Leinöl ist an seinem milden nussigen Geschmack mit der leichten Heunote zu erkennen. Sobald es bitter, ranzig oder nach Fisch schmeckt, hat sich das Öl durch die Zufuhr von Sauerstoff und Licht verändert. Deshalb sollten Sie es nach dem Kauf immer gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Die lichtundurchlässigen Flaschen (oder bei größeren Mengen Kanister), in denen Sie Leinöl erhalten, tragen ihren Teil dazu bei, die Haltbarkeit des Öls zu erhöhen und seinen Geschmack zu erhalten.

Leinöl für viele Zwecke

Leinöl eignet sich für die Zubereitung verschiedener Gerichte und Dips, es lässt sich jedoch auch pur einnehmen. Wer möchte, kann auch trockene Haut mit Leinöl behandeln. Und selbst Öl, dessen Haltbarkeit abgelaufen ist, brauchen Sie nicht entsorgen. Es lässt sich noch weiter einsetzen, z. B. als Holzschutz oder zum Auffrischen von Ölfarben.

Leinöl in der Küche

Quark und Kartoffeln mit Leinöl Leinöl verfeinert kalte und warme Speisen, darf jedoch nicht stark erhitzt werden, weshalb Sie es nicht zum Braten oder Kochen verwenden können. Ein wenig Leinöl Naturland Nativ nach dem Kochen oder Braten auf die noch heißen Kartoffeln, Gemüse, auf Fleisch oder Fisch geträufelt, gibt Gerichten jedoch eine besondere Note. Auch Suppen (z. B. Cremesuppen) profitieren vom Geschmack des Leinöls. Und für die Zubereitung von Salatdressings ist Leinöl ohnehin das Richtige – die wertvollen Inhaltsstoffe des Öls werten jedes Dressing auf und sorgen für eine ausreichende Zufuhr an essenziellen Fettsäuren. Das Gleiche gilt für die Verwendung von Leinöl in Smoothies und Dips. Hinzukommt: Fettlösliche Vitamine (z. B. Vitamin A, D und E), die in Gemüse und Obst – also in Smoothie-Zutaten oder Salat – vorkommen, kann der Körper nur aufnehmen, wenn zugleich Fette in der Nahrung enthalten sind. Das Leinöl trägt somit dazu bei, dass der Körper diese wichtigen Vitamine verwerten kann.

Übrigens: Auch wenn Ihnen der Geschmack von Leinöl weniger zusagt, können Sie von den wertvollen Inhaltsstoffen des Öls profitieren. Mischen Sie das Öl einfach mit einem anderen Öl und verfeinern Sie mit dieser Mischung Ihre Gerichte.

Leinöl pur zur inneren Anwendung

Nein, ein Medikament ist Leinöl sicher nicht. Doch es enthält die essenzielle Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Ein Esslöffel Leinöl (5 g) deckt den täglichen Bedarf eines Erwachsenen (2 g) an Alpha- Linolensäure. Deshalb nimmt eine ganze Reihe Menschen täglich Leinöl pur zu sich. Sollten Sie das Leinöl aus geschmacklichen Gründen schlecht schlucken können, lässt es sich z. B. mit etwas Fruchtsaft vermischen. Wer mag, kann den täglichen Esslöffel Leinöl auch mit etwas Müsli zu sich nehmen. Denn wegen seines nussähnlichen Geschmacks passt das Öl ganz hervorragend dazu.

Leinöl als Holzschutz

Bereits seit dem Mittelalter wird Leinöl auch zum Schutz von Holz eingesetzt. Es dringt besonders gut ins Holz ein und schützt es vor Feuchtigkeit. Für den Holzschutz sollten Sie jedoch kein wertvolles frisches Leinöl verwenden. Bitter gewordene Leinölreste tun es genauso. Wärmen Sie das Leinöl leicht an, tauchen anschließend einen Pinsel hinein und bestreichen damit das Holz, das sie behandeln wollen. Doch bitte gehen Sie nicht nach der Devise „Viel hilft viel“ vor. Bestreichen Sie das Holz stets nur mit einer kleinen Menge Leinöl, damit es sich gut verteilen und einziehen kann. Wirkt das Holz nach dem Auftragen des Öls feucht, nehmen Sie einen Lappen oder ein Haushaltstuch und tupfen es vorsichtig ab. Denn das überschüssige Öl zieht nicht ein, sondern bildet eine klebrige Schicht. Das Beste am Holzschutz mit Leinöl: Die Behandlung ist umweltfreundlich und ungiftig für Mensch und Tier.

Wofür Sie Leinöl außerdem nutzen können

Ihre Ölfarben sind eingetrocknet? Kein Problem. Auch hier hilft Leinöl. Fügen Sie Ihren Ölfarben einfach ein paar Tropfen bitter gewordenes Leinöl zu und schon können Sie sie wieder verwenden.

Viele Besitzer von Hunden, Katzen und Pferden schwören ebenfalls auf Leinöl. Einige Tropfen frisches Öl, die dem Futter beigefügt werden, sollen das Fell der Tiere zum Glänzen bringen und deren Verdauung anregen. Probieren Sie es einfach aus. Die meisten Tiere nehmen das Futter mit dem untergemischten Öl gerne zu sich.

Frisches Leinöl lässt sich auch für die Hautpflege einsetzen. In vielen Fällen profitieren trockene Hautstellen davon, wenn Sie sie mit etwas Leinöl einreiben. Ein Tipp: Bevor Sie die Haut großflächig behandeln, sollten Sie zunächst austesten, ob Ihre Haut Leinöl verträgt. Geben Sie eine geringe Menge des Öls auf Ihre Finger und reiben damit zunächst nur eine kleine Hautstelle ein. Rötet sich die Stelle im Anschluss oder beginnt zu jucken, sollten Sie Leinöl nicht für die Haut verwenden.

Trockene Haarspitzen können Sie ebenfalls mit frischem Leinöl behandeln. Einfach etwas Öl in die Spitzen einreiben, einwirken lassen und bei Bedarf auswaschen – fertig! Wichtig ist, dass Sie für die Körperpflege und für die Versorgung Ihrer Tiere stets frisches Öl verwenden. Bitteres, ranziges Öl eignet sich hierfür nicht.

Raffiniert oder nativ? Wo ist der Unterschied?

Beim kaltgepressten bzw. nativen Leinöl kommen die Leinsamen in eine Spindelpresse, die ihnen das Öl rein mechanisch, ohne Zufuhr von Wärme entzieht. Das gepresste Öl tropft aus der Presse heraus und wird aufgefangen. Alle wertvollen Inhaltsstoffe des Öls bleiben durch diese schonende Herstellung erhalten. Letzteres ist eine Voraussetzung für ein natives (naturbelassenes) Öl. Nativ heißt beudeuted auch, dass das Öl eine sortentypische Farbe und einen ebensolchen Geschmack besitzt.

Raffinierte Speiseöle werden dagegen bei höheren Temperaturen gepresst und/oder mithilfe von chemischen Lösungsmitteln aus den Rohstoffen herausgelöst. Die eigentliche Raffination erfolgt erst im Anschluss: Das Öl wird mechanisch und chemisch gereinigt und auf diese Weise auch länger haltbar gemacht. Die Folge: Das Öl verliert einen Teil seiner wertvollen Inhaltsstoffe, es ist klarer, oft auch heller als kaltgepresste und nicht weiter behandelte Öle. Zudem schmeckt es meist weniger intensiv und sortentypisch.

Vor- und Nachteile der Herstellungsarten

Im Großen und Ganzen lässt sich feststellen, dass kaltgepresste, native Öle reicher an Vitaminen und anderen nur wenig hitzebeständigen Inhaltsstoffen sind als raffinierte Speiseöle. Auch der Geschmack ist meist intensiver. Da durch die Kaltpressung weniger Öl gewonnen wird als bei der Raffination, sind kaltgepresste, native Öle naturgemäß meistens etwas teurer. Zu den Stoffen, die durch die Kaltpressung erhalten bleiben, gehören sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide und Phytosterine, aber auch verschiedene Formen des Vitamins E. Phytosterine sind pflanzliche Bestandteile, die therapeutisch zur Senkung hoher Cholesterinspiegel eingesetzt werden, verschiedene Carotinoide dienen als Vorstufe des Vitamins A. Bei der Raffination gehen diese Inhaltsstoffe zum Teil oder auch ganz verloren.

Raffinierte Öle haben dagegen den Vorteil, dass sie oft einen höheren Rauchpunkt haben als kaltgepresste Öle. Das heißt, die meisten raffinierten Öle können stärker erhitzt werden. Sie sind in der Regel auch länger haltbar als kaltgepresste Öle, schmecken jedoch viel neutraler.

Tipps rund ums Leinöl

Leinöl einfrieren? Ja, bitte!

Wussten Sie schon, dass sich die Haltbarkeit Ihres Leinöls verlängert, wenn Sie es einfrieren? Sollten Sie also in der nächsten Zeit nur wenig Leinöl verwenden wollen oder haben Sie eine zu große Menge gekauft, legen Sie das Öl einfach ins Kühlfach oder in den Gefrierschrank. Dort ist es bei geschlossener Flasche (die übrigens nicht zerplatzt, da das Öl sich beim Frieren nicht ausdehnt) von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und Wärme und Licht können ihm nichts anhaben. Auf diese Weise kann das Leinöl nicht oxidieren und bleibt bis zu sechs Monate lang haltbar.

Wollen Sie das Öl wieder nutzen, tauen Sie es zuvor bitte schonend im Kühlschrank auf. Denn Sie wissen ja: Zu viel Wärme tut dem Öl nicht gut. Ohnehin sollten Sie das Leinöl immer gekühlt aufbewahren, auch wenn Sie es zuvor nicht eingefroren haben. Im Kühlschrank ist es nicht nur kalt, sondern auch dunkel, wodurch sich die Haltbarkeit des Leinöls ebenfalls verlängert.

Erhitzen? Nein, danke!

Erhitzen sollten Sie das Leinöl nicht. Denn da es zu einem großen Teil aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren besteht, hat es einen vergleichsweise niedrigen Rauchpunkt. Zur Erklärung: Der Rauchpunkt ist die Temperatur, bei der flüchtige Verbindungen aus dem Öl unter Rauchentwicklung aufsteigen. Wird das Öl dann weiter erhitzt, bauen sich die ungesättigten Fettsäuren– also die Bestandteile, die das Öl wertvoll für die Ernährung machen – ab und es entstehen zudem gesundheitsschädliche Stoffe. Fürs Braten, Backen oder Frittieren eignet sich Leinöl daher nicht.

Leinsamenmehl oder was passiert mit den Pressresten?

Bei der Gewinnung von Öl aus Leinsaat bleibt ein Presskuchen zurück, der es in sich hat: Er ist reich an Ballaststoffen und Eiweiß, arm an Kohlenhydraten und besteht zudem aus rund 12 % wertvollem Leinöl. Wenn Sie beim Kochen oder Backen diese Vorzüge nutzen möchten, empfehlen wir Ihnen Leinsamenmehl, das durch das Mahlen des Presskuchens gewonnen wird. Beim Backen lassen sich etwa 10 % bis 20 % des herkömmlichen Mehls durch Leinsamenmehl ersetzen, wodurch sich der Kohlenhydratanteil Ihrer Backwaren verringert. Für die Zubereitung von sämigen Soßen ist Leinsamenmehl wegen seines großen Quellvermögens ebenfalls ideal.

Weiterführende Links

Leinöl bei Wikipedia
NDR Zutaten-Lexikon Leinöl